Fotomarathon I // Von Startschwierigkeiten, Viel-zu-Viel-Belichtungen und Putten-Selfies

Am 30. April fand der 6. Fotomarathon in Dresden statt. Obwohl ich von diesem Event natürlich nicht zum ersten Mal gehört habe, mich in den letzten Jahren aber doch nie zur Teilnahme aufraffen konnte, hatte ich in diesem Jahr Glück, denn Lomography gab mir mit dem Gewinn eines Startplatzes einen kleinen Schubs. Kurzfristig ist sogar der zweite Gewinner noch abgesprungen, sodass ich meinen Freund nicht nur als Begleiter und Berater, sondern auch als Teilnehmer in die Spur schicken konnte.

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Bevor es los gehen konnte, machten wir uns ziemlich viele Gedanken über Kamera und Film – dass wir analog fotografieren wollten, stand allerdings fest. Aufgrund der 10-Bilder-Vorgabe war dann (auch aus Mangel an 12er-Filmen) recht schnell die Entscheidung für’s Mittelformat getroffen. Ich entschied mich für die – seit langem im Schrank verstaubende – Diana und meinen einzigen Lomochrome Turquoise 12o (noch vom Lomowo!); Michi beschloss erst ganz knapp vor der Themenausgabe, der Lubitel 2 und einem Schwarz-Weiß-Film die Ehre zu geben. Als Begleitkamera landete die LC-A im Gepäck, mit der ich den Tag in schwarz-weiß dokumentierte.

Gegen Mittag ging es dann – nach einer Sonnencreme- und Packsession, bei der schließlich doch mehr als gedacht im Rucksack landete – los in Richtung Hygienemuseum, das den diesjährigen Startpunkt bildete. Nach der Anmeldung saßen wir noch 30 Minuten in der Sonne und stempelten schon mal unsere Startnummern (das erste Bild soll die Startnummer enthalten, wozu ich mir am Vortag schon mal einige Bilder der letzten Jahre angeschaut habe, um ein paar Ideen zu bekommen).

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Bevor es um pünktlich 13 Uhr mit der Themenausgabe losging, wurde noch ein Foto aller Teilnehmer gemacht und ein (auf die digitalen Fotografen beschränktes) 360 Grad-Gruppenbild geschossen. Aber jetzt – los! Ziel für die knapp 200 Teilnehmer (davon ca. 30 analoge) war es, in fünf Stunden zehn Themen fotografisch festzuhalten; das Oberthema lautete in diesem Jahr „Superhelden“. Die ersten fünf Themen, die man auf dem Weg zum Startpunkt in genau dieser Reihenfolge auf die Speicherkarte bzw. den Film bannen musste, lauteten wie folgt:

  1. Fantastisch
  2. Originell
  3. Temperamentvoll
  4. OMnipräsent
  5. Außergewöhnlich

So. Wir mussten das ersten mal setzen lassen und setzten uns dazu… deshalb ging’s für uns nach dem Ergattern des Themenzettels nochmal zurück auf die Stühle vor’s Hygienemuseum – brainstormen. Und so auf die Schnelle fällt einem da zwar schon was ein – aber für jedes Thema, und dann gleich für zwei… puh!

Nach ersten Überlegungen und dem Verwerfen meiner Idee, meine Startnummer aus den fan-tastischen Rückansichten einiger Dynamo-Fans zu basteln (an diesem Tag fand ein Spiel zwischen Dynamo und Aue statt, sodass es von schwarz-gelben Trikots nur so wimmelte – einige Teilnehmer setzten ihre komplette Bildreihe sogar nur aus Dynamo-Motiven zusammen!), machten wir uns auf den Weg in Richtung Altstadt. Den ersten Stopp legten wir am Skaterplatz am Pirnaischen Platz ein, denn dort wollte ich mein erstes Bild schießen: Eine Statue, die fantasievoll in den Himmel blickt und dort – ha! – meine Startnummer sieht.

Das Thema „Originell“ war dann schon wieder nicht so leicht, denn das fünfte Thema „Außergewöhnlich“ ist ja ziemlich ähnlich. Hier entschied ich mich schließlich für eine Blume (in dem Fall Löwenzahn), der – im Zwinger angekommen – aus dem Kronentor herauswachsen sollte.

Und alles klingt so schnell und einfach, wäre da nicht der typische Lisa-fotografiert-analog-Fehler gewesen: Das Weiterspulen. Denn wenn man nach Bild 2 weiterspulen will, da aber immer noch ne 1 durch das rote Fenster schaut, ist wohl was schief gelaufen…  Bild 1 und 2 waren dann also… ähm… vermischt. Aus einer Mehrfachbelichtung wird unter Stress eben auch ganz schnell mal eine Viel-zu-viel-Belichtung:

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Hat ja durchaus seinen Charme, mir gefällt besonders die Steinstruktur, die im unteren Teil den Umriss des Kronentors ausfüllt. Aber da ich ja schlecht mal eben auf mein Display schauen konnte, entschloß ich mich, dass Bild noch ein paar Mal zu belichten und einfach neu zu starten. Das ist, wie man sieht, nicht ganz gelungen, weshalb es bei der Festlegung der zehn Bilder im Nachhinein auch ein paar Probleme gab. Aber dann, irgendwann, (nachdem auch das zweite Bild aus unerfindlichen Gründen daneben ging – zum Glück hat der Film ja 12 Bilder! Und zum Glück gibt es am Zwinger zahlreiche Statuen!) hatte ich Bild 1 im Kasten:

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Der Kenner sieht es: Ich hab einen Splitzer genutzt. Nachdem ich meine Entscheidung für die Diana getroffen hatte, habe ich im Vorfeld voller Euphorie die Lomo-Community auf den Kopf gestellt, weil ich plötzlich richtig Bock hatte, was Cooles mit dem Splitzer zu machen. Ist eben nur so mittelmäßig gelungen, denn eigentlich hatte ich die Startnummer einhundertvierundsiebzig. Da hat der Knabe jetzt aber wirklich was zu gucken und kann sich mal auf die Suche nach der abgerutschten hundert machen!

Michi hat sich im Laufe des Tages übrigens auch für die Splitzer-Idee begeistern können, obwohl er für Lomo-Kram sonst eigentlich nicht so zu haben ist. Wir bastelten also schließlich aus schwarzem Papier einen improvisierten Splitzer für die Lubi, dabei rausgekommen ist ein wirklich ziemlich cooles Bild von Dresden (hier zu finden, hier schreibt er selbst ein paar Worte über den Fotomarathon):

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Als Abschluss für heute will ich euch noch das zweite Bild zeigen, dessen Motiv ich aufgrund der Startschwierigkeiten schließlich doch noch einmal überdachte. Mit Michis Hilfe inszenierte ich ein Putten-Selfie. Angelehnt an die Museums-Selfie-Idee, die ich mit ein paar Freundinnen vor ein paar Monaten im Albertinum ausgetestet hatte (hier und hier), lässt man das Ganze dann mithilfe eines ins Bild gestreckten Armes so aussehen, als ob sich die Stauen selbst fotografieren. Ist das nicht originell? Ja? Sollte’s ja auch sein!

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Zum Glück hatten die Statue und Michi dieselbe Hautfarbe, auch wenn Michis Teint ja selbst am Arm um Welten besser ist! Genug mit dem Getue… Ach nee, doch nicht! Während der ersten Bilder fühlte ich mich nämlich echt ein bisschen wie bei Shooping Queen. Unter Zeitdruck Ansehnliches produzieren… das war wirklich eine ganz schöne Herausforderung! Aber auch, wenn wir für die ersten gut anderthalb Stunden brauchten – es wurde leichter und entspannter. Aber davon erzähl‘ ich euch das nächste Mal!

Hier geht’s zu
Teil II: Noch mehr Statuen, noch mehr Unfälle und die Banksys von Dresden und
Teil III: Endspurt am Elbufer (mit Seifenblasen und Steinen!) und mein Fazit

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About Lisa

Lisa, Jahrgang '91, Dresden. Mag Kunst, Lomographie und alles mögliche Kreative.

One response to “Fotomarathon I // Von Startschwierigkeiten, Viel-zu-Viel-Belichtungen und Putten-Selfies”

  1. fotogramifi says :

    Hat dies auf fotogramifi rebloggt.

Ein Kommentar, juhu!

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