Eine Zeitreise – Dresden im Barock // museum_dd

In nächster Zeit möchte ich euch (zum Einen, weil die zweite Museumsrallye am Wochenende startete, zum Anderen aus reiner Selbstmotivation, mal wieder etwas mehr zu bloggen) ein wenig in die Museumslandschaft hier in Dresden mitnehmen und zeigen, was es in Dresdens Museumslandschaft Spannendes zu entdecken gibt. Denn wenn auch nicht jeder ein Museumsgänger ist, so schadet der Blick über die klassischen, innerstädtischen Museen hinaus auf keinen Fall. Aber seht selbst!

panometer_5
Den Anfang macht das 2006 eröffnete Asisi Panometer hier in Dresden. Was das ist?

Die Bezeichnung „Panometer“ stellt eine Wortschöpfung Yadegar Asisis dar und ist ein Kofferwort aus Panorama und Gasometer // wikipedia

Der Berliner Künstler Yadegar Asisi, der hinter den Panoramen steckt, die in ehemaligen Gasometern in Dresden, aber auch in Leipzig, Berlin, Pforzheim und Rouen ausgestellt werden, wuchs in Sachsen auf und beschäftigt sich seit den neunziger Jahren mit 360°-Panoramen. In einem monatelangen Prozess arbeitet er mit zahlreichen Leuten an detailreichen Rundbildern, die „sein Publikum an entfernte Orte wie AMAZONIEN oder den EVEREST und in vergangene Zeiten, z. B. nach ROM 312, PERGAMON oder LEIPZIG 1813“ (zur // asisi-homepage) entführen.

Nach knapp sechs Jahren, die ich nun hier in Dresden wohne, habe ich es vor einiger Zeit nun endlich ins Asisi Panometer geschafft und muss leider sagen: Viel zu spät!
Bereits bei Betreten des Geländes flattert der Blick des Liebhabers außergewöhnlicher Architektur erst einmal, denn in Dresden-Dobritz gibt es nicht nur eines, sondern gleich zwei ehemalige Gasometer. Während das eine luftige Blicke durch die einzelnen Fenster erlaubt und – mich persönlich – etwas an ein Amphitheater denken lässt, beheimatet das kleinere der beiden die von Zeit zu Zeit wechselnden Panoramen von Yadegar Asisi.

panometer_6
Wie ich bereits erwähnte, war während unseres Besuches das Panorama „Dresden im Barock“ zu sehen.  Bevor man aber den riesigen, kreisrunden Raum betritt, in dem das Panorama ausgestellt ist, wird man zuvor durch eine kleine Ausstellung über die damalige Zeit ins Bild gesetzt. So kann man sich in kurzen, aber auf den Punkt gebrachten Texten ein wenig über den Hof sowie einzelne Persönlichkeiten der damaligen Zeit, die kirchliche Situation (die durch den konfessionellen Wechsel August des Starken damals recht brisant war) und das Bürgertum einlesen.

panometer_2
panometer_4
Anschließend tritt man durch eine Tür in den Raum, in dem das knapp 30 Meter hohe Panorama aufgehangen ist. Ich fühlte mich beim Eintreten erstmal ein bisschen erschlagen, aber eher im positiven Sinne, beinahe ehrfürchtig. Hat man diesen Moment überwunden, kann man dann den 15 Meter hohen Treppenturm, der in der Mitte des Raumes steht, erklimmen, um sich das Panorama auf mehreren Etagen in allen Details anzuschauen. Für Wissenshungrige gibt es hier übrigens auch noch ein paar Infotafeln, die im Panorama dargestellte Szenen vertiefend erläutern.

panometer_1
panometer_8
Das Panorama zeigt übrigens keinen einzelnen Zeitpunkt, sondern ist eine künstlerische Momentaufnahme, die „die Augusteische Epoche von etwa 1695 bis 1760“ verdichtet darstellt. Die rege Bautätigkeit August des Starken und seines Sohnes Friedrich August II., die unter anderem den Zwinger, das Japanische Palais und die Hofkirche hervorbrachte, hinterlässt auch heute noch deutliche Spuren der barocken Architektur in Dresden. Beim Entdecken des Panoramas ist es besonders spannend, die altbekannten Gebäude vom Dach der Hofkirche aus zu erspähen und die Unterschiede zwischen damals und heute auszumachen. So sah beispielsweise die Kreuzkirche, die nur kurze Zeit später (im Sinne von nach dem von Asisi ausgewählten Zeitraum) im siebenjährigen Krieg teilweise zerstört wurde und schließlich auch im Zweiten Weltkrieg vollständig in Trümmern lag, damals ganz anders aus.

So schön es ist, die Gebäude der Stadt zu erfassen – was durch einen Begleitflyer, der verdeutlicht, wo sich welche Gebäude befinden, erleichtert wird – so viel Spaß macht es auch, die einzelnen Details zu erkunden. Die königliche Kutsche, die über die Augustusbrücke rattert, das Kätzchen auf dem Dach der Hofkirche oder die Schauspieler-Truppe vor den Brühlschen Terrassen… die zahlreichen Figuren erwecken das barocke Dresden erst richtig zum Leben.
Das sanfte Licht in den Fenstern und die abendlich beleuchteten Laternen auf der Augustusbrücke, die beim Wechsel von Tag zu Nacht aufflammen, machen auch die dritte oder vierte Runde noch spannend!

panometer_14
panometer_12
panometer_11
panometer_9
panometer_10
Wieviel Arbeit in der Erstellung eines bzw. speziell dieses Panoramas steckt, erfährt man anschließend in einem Video, in dem der Prozess vom Konzept bis zur Ausstellung nachgezeichnet wird. Das fand ich persönlich am spannendsten an der ganzen Ausstellung, rundum finde ich aber das gesamte Konzept gelungen.

panometer_7
Wenngleich der Eintrittspreis wirklich hoch ist: Es lohnt sich! Ich werde auf jeden Fall bald wieder hingehen, denn ab dem 16. Januar 2016 wird das Panorama „Dresden 1945“ zu sehen sein, das die Stadt unmittelbar nach den Bombenanschlägen einfängt; bis zum 10. Januar ist noch „Dresden im Barock“ zu sehen.

Panometer Dresden
Gasanstaltstraße 8b
01237 Dresden

Di – Fr 10 – 17 Uhr
Sa, So, Feiertage 10 – 18 Uhr
Mo geschlossen

Normal 11,50/ Ermäßigt 10 €
Di für Studenten/Azubis 5€

Advertisements

Schlagwörter: , , , , , , , ,

About Lisa

Lisa, Jahrgang '91, Dresden. Mag Kunst, Lomographie und alles mögliche Kreative.

Ein Kommentar, juhu!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: