Der Tag, an dem ich einen grauen Tag am Strand dokumentierte. Zwei Mal. // Zingst in Lomotion

Einst, es war im Mai diesen Jahres, fuhr ich mit meinem Freund und dessen Bruder nach Zingst. Dass es dort schön ist, weiß man ja, denn die Ostsee wartet quasi vor der Haustür. Und dass man mich mit ein paar Stunden am Ostseestrand überaus glücklich machen kann, schimmerte hier schon mehrfach durch.
An diesem Tag war ich jedoch besonders glücklich, denn anstatt zu arbeiten – wie es die Männer der Runde taten – konnte ich mir die Zeit ganz allein am Strand vertreiben. Ich radelte also mit einem sehr gebrauchten Fahrrad, das schon viele Sommer in einem Schüppchen verbracht und einige Zingstbesucher über die Insel getragen hatte, zum Strand.

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Am Strand angekommen schloss ich das Rad an und begab mich, durch duftendes Stroh, dass – aus welchem Grund auch immer – auf dem Strandzugang rumlag, an den ersten freien Platz, den ich am relativ leeren Strand erspähte. Ich ließ mich nieder und bewegte mich die nächste Stunde nicht vom Fleck. Neben der Lektüre des damals jüngst entdeckten Epos („Der Name des Windes“, sehr zu empfehlen!) widmete ich aber auch meiner LC-A, in der ein schon lange eingelegter Becherovka-Film auf seinen ersten Einsatz wartete. Dachte ich.

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Während ich also rumsaß, zückte ich von Zeit zu Zeit meine LC-A und dokumentierte alles um mich herum. Als Kunststudent lebt man ja für solche Sachen – ästhetische Forschung und so. Und weil vor mir ein älteres Paar saß, das sich so wunderbar in die Szenerie einfügte, schoss ich von Zeit zu Zeit, wenn sich in meinem Bild- (oder eher Sitz-)ausschnitt etwas veränderte, ein Bild.
An dieser Stelle würde ich euch die Ergebnisse meiner Bemühungen natürlich präsentieren. Leider kann ich euch aber nur die Bilder zeigen, die ich parallel mit dem Handy (für Instagram natürlich. I und II) geschossen habe. Ihr ahnt es schon…

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Nachdem ich ausreichend gelesen und beobachtet hatte, machte ich mich dann doch auf und schlenderte barfuss am Strand entlang, ließ mir das Wasser um die Beine spülen und knipste ein grandioses Foto – ich hätte es „Strandkorb mit Hund“ genannt. Sogar ein Schuss auf der Hüfte auf halbnackten Badenden, einzig bedeckt durch das sie umspülende Wasser, ist mir gelungen. Naja… die Rechtfertigung kann ich mir sparen, denn das Bild existiert ja nicht mal. Immerhin: Ihr wisst jetzt, dass ihr niemals nackt aus der Ostsee steigen solltet, wenn ich da bin ;-)

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Als ich dann jedenfalls einmal den Strand hoch- und runterspaziert war, entdeckte ich zu meiner Freude eine superschöne Sandburg, die ich natürlich unbedingt noch festhalten musste… Zum Glück war auf meinem Film wegen einiger Doppelbelichtungen noch Platz (bei der LC-A dreht sich das Zählerrad trotzdem weiter).

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Als ich dann wieder bei meinem Rad angelangt war, wollte ich den Film gleich von dort aus noch vollknipsen und anschließend zurückspulen, denn mehr als zehn Bilder können nach der 36 ja wirklich nicht mehr kommen…
Tja… dumm gelaufen. Typisch ich, stand der erhoffte Becherovka-Film zuhause im Kühlschrank und meine Kamera war leer. All meine Beobachtungen, mein Hundestrandkorbbild… Vom Winde verweht. Ihr könnt euch vorstellen, dass mein Groll über mich selbst ins Unermessliche ging. Ändern konnte ich daran allerdings auch nicht mehr und immerhin hatte ich ja noch einen zweiten Film dabei, mit dem ich dann eben nochmal den Strand auf- und ablief.

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Immerhin: Es gibt Bilder von diesem Desaster und ich bin nicht ins Wasser gefallen!

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About Lisa

Lisa, Jahrgang '91, Dresden. Mag Kunst, Lomographie und alles mögliche Kreative.

4 responses to “Der Tag, an dem ich einen grauen Tag am Strand dokumentierte. Zwei Mal. // Zingst in Lomotion”

  1. Dani says :

    Prust! :) Nein, das ist kein hämisches prusten, denn das hätte mir durchaus auch passieren können, nur deshalb muss ich lachen. Und weil du es so schön erzählst. Danke, ich liebe solche Geschichten und möchte noch mehr davon leben. Denn DAS ist doch das Leben! Die geschossenen Bilder auf nicht existentem Film hast du als Erinnerung eh im Kopf und durch deine schöne Geschichte hast du sie sogar mit uns geteilt. Ich find’s herrlich!

    • Lisa says :

      Liebe Dani, ich hoffe doch, dass so eine Geschichte nicht mehr so schnell vorkommt… Aber wenn, dann teile ich sie auf jeden Fall mit euch ;-D Liebe Grüße!

  2. Lena says :

    Uuuups! :D Das ist wohl das Schicksal der Analogen Fotografen…
    Die Bilder, die du aber wirklich gemacht hast, sind sehr schön. Schade um die „Luft“aufnahmen.

    Liebe Grüße
    Lena

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