Bautzen in Lomotion. Oder: Happy World Pinhole Day!

Ganz spontan gibt es heute, am World Pinhole Day, einen Schwung Lomo-Bilder, der inzwischen ein gutes Jahr alt sein dürfte. Damals (jaja), irgendwann im Frühling oder Sommer des letzten Jahres, unternahmen wir einen kleinen Ausflug nach Bautzen. Die Stadt für sich hat schon wirklich tolle Ecken und Gebäude, zufällig fand genau an diesem Wochenende aber auch der Bautzener Frühling – ein kunterbuntes Stadtfest mit mehr als 1000-jähriger Tradition“ – statt, sodass sich der Besuch doppelt lohnte. Falls ihr mal nach Bautzen kommt, kann ich euch – neben einem obligatorischen Stadtrundgang natürlich – einen Besuch in einem der beiden Bautzner Senfläden empfehlen, da gibt’s neben dem Gesamtsortiment im Glas meist eine kleine Auswahl an Senfsorten, die man sich ganz frisch abfüllen lassen kann.

Um zurück zum Bildmaterial zu kommen: Der eigentliche Sinn des World Pinhole Days sollte es wahrscheinlich sein, sich mit einer Pinhole-Kamera auf Motivjagd zu begeben und mal wieder Bilder damit zu machen. Allerdings gehöre ich bei solchen Events eher zu der Sorte, die zwar durch einige Klicks auf die Lomo-Seite weiß, dass es stattfindet, das Datum hab ich allerdings bisher nicht realisiert. Nun ja… Letztendlich bin ich durch den Post von Conny darauf aufmerksam geworden, die übrigens nicht nur die technischen Eigenarten der Pinhole-Fotografie beschreibt, sondern auch ihr Foto des World-Pinhole-Tages und ein paar spannende Links zum Thema teilt. Rüberklicken lohnt sich also!

Nach dem Geschwafel machen wir uns jetzt aber mal auf den Weg in die Innenstadt Bautzens:

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Woran man in Bautzen ziemlich schwer vorbeikommt, ist wohl die Ortenburg, die ob ihrer Größe und Schönheit kaum zu verfehlen ist. Ehrlich gesagt musste ich selbst erstmal nachgooglen, welches Gebäude das wirklich ist und ich habe eine ganze Weile gebraucht, mir sicher zu sein, da die Burg (zumindest in meinen Augen) so viele unterschiedliche Baustile vereint.

Die Burg entstand um 928 und ist nach Adam Ries also schon über tausend Jahre alt. Trotz dessen, dass sie u.a. im 30-jährigem Krieg und im Zweiten Weltkrieg stellenweise stark beschädigt oder zerstört wurde, ist sie heute in einem guten Zustand, wenn auch nur noch einige Gebäudeteile original erhalten sind. Inzwischen befinden sich auf dem Gelände übrigens auch das Deutsch-Sorbische Theater, das Sorbische Museum und der hinter einer gläsernen Scheibe präsentierte Rietschelgiebel, der laut Wikipedia „besonders interessant“ ist.

Die Stelle, an der die beiden oberen Fotos entstanden sind, war auf jeden Fall ein äußerst idyllisches Plätzchen und man hatte einen schönen Blick auf die Stadt. Darüber hinaus gibt es aber noch eine Menge anderer Türme in Bautzen, zum Beispiel den Reichenturm, der übrigens nicht nur auf meinem Bild, sondern auch in Wirklichkeit ein wenig schief ist. Mit 1,47° Neigung macht er dem Schiefen Turm von Pisa zwar noch lange keine Konkurrenz, wird aber dennoch als Schiefer Turm von Bautzen bezeichnet.

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Mit den richtigen Fakten ist so ein bebilderter Stadtrundgang gar nicht so langweilig und in Bautzen ist an dieser Stelle längst noch nicht Schluss. Ein weiteres Kuriosum, das ich auf meinem Bild sogar festhalten konnte, findet sich beim Dom St. Petri, der als eine der größten Simultankirchen Deutschlands genutzt wird und bei unserem Besuch im letzten Jahr wegen Bauarbeiten gerade nicht zugänglich war. Tja… aber was soll an dieser Außenansicht schon so besonders sein?

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Nein, ihr habt keinen Knick in der Optik: Der „Achsenknick“ im Kirchendach ist tatsächlich da. Wikipedia sagt zur „Herkunft“ dieses Knicks folgendes:

Für diese Abweichung von der geraden Linie gibt es sehr viele verschiedene Erklärungsmodelle, von denen jedoch keines als sicher angenommen werden kann. Eine Erklärung dafür ist, dass der Dom zu Beginn anstelle bzw. auf den Grundmauern einer anderen Kirche gebaut wurde und man sich bei der Erweiterung der Kirche an den umliegenden städtebaulichen Gegebenheiten orientierte.

Neben dieser netten Äußerlichkeit gibt es auf Wikipedia auch noch eine kleine Geschichte, die sich auf die Bauart des Domes bezieht. Mich würde ja interessieren, ob das auf den Knick bezogen ist, aber spannend ist das allemal… Wie dieses „Orgeln“ wohl klingt?

Unter den Einwohnern der Stadt Bautzen besagt eine alte Regel, dass schlechtes Wetter aufzieht, wenn der Dom „orgelt“. Dem liegt zugrunde, dass aufgrund der Bauart des Kirchenturms durch stürmischeren Wind ein stetiges Windgeräusch erzeugt wird, das wie ein Heulen klingt und in der Stadt weithin hörbar ist. Da stürmische Winde oftmals zum Beginn von Unwettern auftreten, insbesondere Windböen Vorboten von Gewittern sind, wird das „Orgeln“ des Doms als Vorzeichen gesehen.

Nun… jede Reise geht zu Ende – unsere Ausflüge enden meist am Bahnhof. Deshalb gibt es zu guter letzt noch zwei Bilder von dem in Bautzen. Den muss man, wenn man mit dem Auto da ist, übrigens nicht unbedingt auf die To-Do-Liste packen ;-) Als Fotomotiv macht er sich aber trotzdem gut und ich muss mir unbedingt vornehmen, den Pinhole-Operator mal wieder in die Hand zu nehmen… Einen schönen Rest-Sonntag euch allen!

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About Lisa

Lisa, Jahrgang '91, Dresden. Mag Kunst, Lomographie und alles mögliche Kreative.

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