Stockholm // Gamla Stan

Ihr habt bestimmt alle schon mal von der Gamla Stan gehört. Wahrscheinlich wisst ihr auch, dass damit die Altstadt von Stockholm gemeint ist, also der Stadtkern, der „über viele Jahre das eigentliche Stockholm“ bildete. Ich will euch jetzt nicht zu viel erzählen, denn ihr wisst ja alle, wie man Google bedient; und ein Wikipedia-Zitat reicht ja auch, haha.
Jedenfalls wusstet ihr aber bestimmt noch nicht, dass mich das schwedische Altstadt-Wort immer an Latein erinnert. In Latein habe ich nämlich gelernt, dass „clam“ heimlich bedeutet – klammheimlich quasi. Und das lässt sich finde ich ziemlich gut auf Gamla Stan übertragen, ich muss nämlich jedes Mal dabei an „gammlig“ denken. Logisch, oder?

Naja… genug palavert. Die Altstadt sollte man bei einem Stockholm-Besuch natürlich auf jeden Fall auf dem Plan haben, denn das Flair ist dort nicht gammlig, sondern einfach schön – ein bisschen italienisch, wie ich finde. Wir verbrachten keinen gesamten Tag dort, waren aber doch täglich da, um ein Museum zu besuchen, Postkarten zu kaufen oder einfach ein wenig durch die Gassen zu stromern.

Obwohl ich dieses Mal weder mit großartigen (selbst getesteten) Tipps, noch mit besonders schönen Fotos aufwarten kann, will ich euch meine Erfahrungen und Empfehlungen natürlich nicht vorenthalten.

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Los geht es mit dem Kungliga Slottet – dem Schloss -, das ziemlich kastenförmig und mit einem Berg an der Frontseite daherkommt, der bestimmt den ein oder anderen Gast schon dazu verleitete, den Hintereingang zu nehmen. Nur vorweg: Drin waren wir nicht.

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Der Innenhof, der von „hinten“ zugänglich ist, ist aber – vor allem im spätnachmittäglichen Sonnenschein – auch ganz schön, spannender war es aber schon, den Schlossberg zu erklimmen. Dort läuft man nämlich nicht nur der Wache über den Weg und stellt fest, dass die in ihrer Standhaftigkeit nicht mit den englischen Wächtern mithalten können (oder glücklicherweise wohl eher nicht müssen), sondern kann mit etwas Glück auch telefonierende alte Damen am Fenster beobachten.

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Mein Freund war der festen Überzeugung, es sei die Königin Mutter. Nach einer Recherche am Abend ergaben sich aber keine Übereinstimmungen und die Information, dass die königliche Familie seit 1982 auf dem außerhalb liegenden Schloss Drottningholm wohnt, zerstörte dann unseren letzten funken Hoffnung, einen intimen Blick auf ein Mitglied der königlichen Familie erhascht zu haben. Immerhin wusste ich ab diesem Zeitpunkt aber ein bisschen über die Familien- und Thronfolgekonstellation der schwedischen Königsfamilie Bescheid.

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Neben der Königsfamilie und Pippi Langstrumpf gilt Alfred Nobel wahrscheinlich als einer der bekanntesten Schweden. Wen die Geschichte hinter dem Nobelpreis interessiert, sollte anschließend einen Stopp im Nobelmuseum einlegen. Ich fand es eher mäßig interessant, was nicht etwa auf das Museumskonzept zurückzuführen ist, sondern vielmehr auf eine Mischung aus nicht unbedingt brennendem Interesse am Thema, Trägheit, weil wir davor schon viel unternommen hatten und der Unlust, die vielen englischen Texte zu lesen. Aber ich will euch einen Besuch nicht ausreden.

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Wenn man gerade mal kein bestimmtes Ziel anstrebt, kann man sich gut treiben lassen und zum Beispiel eines der folgenden Dinge tun:

  • Eine Kanelbullar oder Kardemummabullar essen, zum Beispiel bei Fabrique (für ca. 25 SEK).
  • Bei Västerlånggatans Foto (Ecke Västerlånggatan/Kåkbrinken) reinschauen und sich freuen, dass es dort eine große (wenn auch nicht günstige) Auswahl an Lomo-Kameras und -filmen gibt.
  • Sich über die witzigen Straßennamen und tollen Briefkästen wundern.
  • In einem der unzähligen Touristenläden Schwammlappen kaufen oder in einem der weniger, aber wunderbaren kleinen Läden stöbern.
  • Postkarten kaufen.

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Besonders das Postkarten kaufen war übrigens so ein Kapitel für sich… Wir verglichen in mehreren Touriläden die Preise, entschieden uns aber schließlich für einen kleineren Laden, der Keramik verkaufte. Im Nachhinein war das die falsche Entscheidung und ich hab mich wirklich total geärgert, denn wir haben für 12 Postkarten plus Briefmarken beinah 300 Kronen bezahlt – das sind um die 30 Euro! Dabei waren die Postkarten nicht mal besonders schön (natürlich war ein Grundmaß an Ästhetik gegeben, sonst hätten wir auch die erstbesten kaufen können. Da bin ich ein wenig wählerisch…), aber der Verkäufer hat uns tatsächlich pro Postkarte Briefmarken für 20 Kronen gegeben.

Nach meinen Recherchen kostet eine Postkarte nach Deutschland aber lediglich 11 Kronen und ich bin der festen Überzeugung, dieser nette, alte Herr hat sich gedacht: „Hm, ich hab hier nur 10 Kronen-Briefmarken und die wissen das das wahrscheinlich eh nicht besser – dann mach ich mal das Geschäft des Tages!“ (Das Ganze natürlich auf Schwedisch). Und er hat Recht behalten. Nunja… wenn hier jemand etwas Genaueres über das Porto weiß, möge er mich bitte aufklären. Ich ärgere mich jetzt noch.

Aber genug gemeckert, denn hier gibt es noch – wie schon beim Djurgarden-Beitrag – eine Übersichtskarte. Das mit den Nummern und Kreuzchen haut zwar alles nicht so hin, aber Sinn der Sache ist ja, dass ihr seht, dass sich zum Beispiel auch das Postmuseum im Herzen der Altstadt befinden (dass nebenbei einen grandiosen Shop hat!).

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Nun merkt der aufmerksame Leser: Weder das Wooden Horse Museum noch Munkbroleden habe ich bisher erwähnt. Das liegt daran, dass ich vom Wooden Horse Museum das nächste Mal erzähle und Munkbroleden einen grandiosen Abschluss jeden Tages in Stockholm darstellt.
Von dort, dem behölzerten Ufer, hat man nämlich einen tollen Blick auf den Sonnenuntergang und Slussen. Letzteres kann auch als nervig empfunden werden, denn dort befindet sich eine Haltestelle der Tunnelbana und man sieht und hört dieselbe alle paar Minuten vorbeibrausen. Im Grunde lässt es sich dort aber mit einer Pizza und einem Fläschchen Wein ganz gut aushalten.

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About Lisa

Lisa, Jahrgang '91, Dresden. Mag Kunst, Lomographie und alles mögliche Kreative.

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