Von Rückenansichten und Stadtfesteinblicken

Vor einiger Zeit berichtete ich an dieser Stelle über die Dokumentation zu Vivian Maier, die vor einigen Monaten (sehr spärlich) in den Kinos zu sehen war. Ich schwärmte von den grandiosen Fotografien, erzählte von der beim Schauen aufsteigenden Lust, die Lubitel aus dem Schrank zu holen und schwarz-weiße Straßenfotografien in Mittelformat aufzunehmen, und ärgerte mich zugleich ein wenig. Darüber, dass Straßenfotografie eben heute nicht mehr so einfach, aber auch nicht so schön ist. Kleidung, Autos, Städte haben sich verändert. Und wildfremde Menschen in alltäglichen Situationen zu fotografieren und die Bilder anschließend ins Netz zu stellen erfordert nicht nur Mut, sondern auch das Einholen der Erlaubnis des Fotografierten.
Dafür bin ich ehrlich gesagt einfach zu feige. Dennoch machten wir uns – hauptsächlich durch den mutmachenden Kommentar von Dani motiviert – Mitte August auf, um Dresden am Stadtfest-Wochenende einzufangen. Statt der Lubitel hatte ich die Diana im Schlepptau, die immerhin nicht ganz so auffällig wie die Lubitel ist. Viel mehr als Rückenansichten habe ich aber dennoch nicht gemacht.

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So ganz Vivian Maier-like ist das alles noch nicht. Das nächste Mal werde ich doch lieber die Lubitel zücken, denn dort kann man nicht nur der Unschärfe der Diana aus dem Weg gehen, sondern auch die Belichtung besser regeln. Ich setze die Mission, die Gesellschaft Dresdens Anfang des 21. Jahrhunderts einzufangen, also fort.

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About Lisa

Lisa, Jahrgang '91, Dresden. Mag Kunst, Lomographie und alles mögliche Kreative.

3 responses to “Von Rückenansichten und Stadtfesteinblicken”

  1. Ariane says :

    Ich find die Fotos von Vivian Meier auch total faszinierend… die werden ja auch noch viel faszinierender durch die Geschichte, die dahinter steckt :) Street-Fotografie hab ich früher viel gemacht, auch analog, allerdings hab ich mich dabei nie daran gestört, wenn ich Leute von vorn fotografiert und nicht um ihre Erlaubnis gefragt habe ;) In schwarz-weiß sehen solche Bilder verblüffenderweise oft auch wirklich aus wie vor 50 Jahren, trotz moderner Autos etc.

    Deine Bilder find ich schon mal super, wenn auch teils ein bisschen dunkel. Das mit dem Lufballon und das darunter find ich spitze :)

  2. Dani says :

    Lisaaaa, die Bilder sind doch toll! Ich habe mit der Diana noch nie s/w fotografiert, das sollte ich wohl unbedingt mal nachholen… Lieben Dank für die Erwähnung, ich freue mich, wenn ich motiviere. ;) Es ist zugegeben schon schwierig, auch für mich, einfach fremde Leute abzulichten, aber ich will das üben. Und ich will auch üben, Menschen, die ich interessant finde, anzusprechen, um sie dann zu fotografieren. Ich habe mir neulich sagen lassen, dass man sich mit der Zeit immer mehr traut, es sei eine Sache der Gewöhnung. ;) Heute gehe ich aber auf einem Friedhof knipsen, da wehrt sich sicher niemand mehr. Deine Riesenrad-Doppelbelichtung ist übrigens der HAMMER!!!! Alles Liebe, Dani

    • Lisa says :

      Danke für die lieben Worte, Dani! Hast du denn schon Leute angesprochen, den Taubenmann vielleicht? Ich weiß nicht, ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass sich jemand freiwillig ins Internet stellen lässt… Aber vielleicht entwickle ich auch noch etwas Mut, falls mir mal ein tolles Motiv vor die Linse kommt :)

Ein Kommentar, juhu!

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