Unterwegs nach Stockholm

Inzwischen ist es fast einen Monat her, dass wir uns – nach einem lauen Sommerabendspaziergang in Berlin – früh am Morgen unsere Taschen schnappten und nach Tegel aufbrachen. Unser Ziel: Stockholm, die schwedische Hauptstadt. Im Nachhinein betrachtet waren es ein paar wunderbare Tage und da ich euch unsere Erlebnisse nicht vorenthalten will, wird es hier in nächster Zeit den einen oder anderen Artikel zu unserem Trip geben.
Während ich ich übrigens eher für die ausschweifenden Storys und ein paar (zumeist analoge) Aufnahmen sorgen werde, gibt es die Bilderflut (in leider noch nicht absehbarer Zeit) hier zu sehen. Aber jetzt geht es auf einen ersten Eindruck nach Stockholm, mit analogen Eindrücken von Diana, Lubitel 2 und LC-A.

stockholm_september_2014
Stockholm stand auf meiner „Da muss ich mal hin“-Liste nicht unbedingt ganz oben. Anfang diesen Jahres hatten wir (oder vielmehr mein Freund) aber das Glück, bei IKEA einen Gutschein zu gewinnen, den wir in einem ansässigen Reisebüro für eine Schwedenreise einlösen konnten. So wurde uns die Wahl, wie wir unseren diesjährigen Urlaub verbringen wollen, fast vollständig abgenommen.
Nach langem Überlegen, ob wir einen Städtetrip unternehmen oder uns doch lieber eine Ferienwohnung in einer ländlichen Region nehmen sollen, entschieden wir uns schließlich für 5 Tage Stockholm. Dank des Gutscheins war nach einigem Hin und Her auch bald eine Unterkunft gefunden, die Flüge buchten wir über airberlin selbst dazu.

lubitel2_flughafen_berlin_tegel
Mit der Buchung von Hotel und Flug waren unsere Reisevorbereitungen aber noch nicht abgeschlossen. Obwohl wir jegliche Reiseführer (selbst den von meiner Cousine, den ich im Nachhinein immerhin nutzen kann, um euch ein paar aufschlussreiche Informationen zu den von uns besuchten Orten geben zu können) links liegen ließen, hatte ich mir eine Liste mit Dingen geschrieben, die ich in Stockholm unbedingt machen wollte:

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Neben diesen sollten aber natürlich auch klassische Sehenswürdigkeiten auf dem Programm stehen. Deshalb informierte ich mich zunächst über die Stockholm-Card. Die gibt es für 24, 48, 72 oder 120 Stunden und umfasst nicht nur freien Eintritt zu 80 Museen und Attraktionen, sondern auch – wie üblich für solche Karten – freie Beweglichkeit mit dem ÖPNV in der Stadt.
Wir entschieden uns letztendlich für eine 5-Tages-Karte und konnten durch einen Rabattcode sogar noch 20% sparen. Den Code fand ich in einem Forum und eigentlich galt er nur für IKEA Family-Mitglieder aus Russland, allerdings funktionierte er zu meiner Erleichterung problemlos. So zahlten wir statt umgerechnet ca. 120€ nur 95€ pro Person. Scheut euch also nicht, nach einem Code zu suchen und ihn auch einzusetzen (Ich lege meine Hand dafür aber nicht ins Feuern, denn Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich die Regel, weshalb man natürlich dennoch das Risiko einrechnen sollte, z.B. den Betrag bei der Abholung nachzuzahlen). Auf der offiziellen Homepage der Stockholm-Card finden sich aber – sofern es welche gibt – ebenfalls Angebote.
Die Karte erhält man übrigens entweder auf dem Postweg, was allerdings 75 SEK Porto extra kostet, oder man druckt sich die PDF zur Bestätigung aus und holt sich die Karte direkt in einem der Visitor Center in Stockholm ab. Wir haben unsere direkt am Flughafen abgeholt, denn so konnten wir kostenfrei ins Zentrum Stockholms fahren.

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Den Gedanken daran, wie wir vom Flughafen ins Zentrum gelangen, habe ich übrigens bis zu unserer Ankunft verdrängt. Die Möglichkeiten – Arlanda Express, Busse, Bahnen, Taxen – erschienen mir zu zahlreich und verwirrten mich mit ihren Preisen und Zeiten. Der Arlanda Express stellt zwar mit 20 Minuten bis ins Zentrum die schnellste Möglichkeit dar, da Hin- und Rückfahrt pro Person aber 490 SEK, also über 50 € kosten, ist das eben auch nicht unbedingt die sparsamste.
Wir fragten deshalb einfach beim Abholen unserer Stockholm Card nach und sind dann – ziemlich einfach – mit dem Bus Nummer 583 nach Märsta gefahren, um dort in die pendetåg Richtung Zentrum zu steigen. Das dauerte zwar eine gute Stunde, aber mit dem gesparten Geld kann man immerhin einen Tag lang ordentlich schlemmen!

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Kaum, dass wir in den öffentlichen Verkehrsmitteln saßen und anschließend auf die Straßen der Stadt traten, fielen uns übrigens einige Dinge auf, die man anhand der Häufigkeit, mit der wir die Stockholmer die nächsten Tage dabei beobachteten, wohl als „typisch“ bezeichnen könnte.
Erstens: Die Stockholmer lieben das Telefonieren über Kopfhörer. Man sah wirklich kaum jemanden, der sein Handy einfach ans Ohr hielt. Da sind wir Deutschen schon sehr Smartphone-verliebt, aber die Schweden… Zweitens: Der Schwede läuft bei Rot über die Ampel. Das tut auch der Deutsche, aber… trotzdem! Die Schweden sind da wirklich ungerührt. Selbst wenn Kinder in der Nähe sind – egal. Ich weiß nicht, ob sie von den Tönen genervt sind, die dem regeltreuen Fußgänger nach dem Druck auf den Ampelkasten unmissverständlich deutlich machen, wann man gehen darf, aber Fakt ist: Sie tun’s. Und das Schlimmste: Irgendwann fängt man selbst damit an!

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Als wir mit der Tunnelbana (=U-Bahn) dann schließlich in Odenplan ankamen – wir hatten uns für das Ibis Styles-Hotel entschieden, das drei U-Bahn-Haltestellen von T-Centralen entfernt liegt – schlugen wir erstmal zielsicher die falsche Richtung ein, statt einfach über die Straße zu gehen. Immerhin fanden wir dank diesem Umweg Fuori di Pizza, wo wir uns an drei von vier Abenden die Pizzen (und sogar einmal Pasta) schmecken ließen. Die Preise für’s Essen schüchterten uns am ersten Tag nämlich doch ein wenig ein, sodass der erste Einkauf, den wir tätigten, ein Messer war, mit dem wir uns in den nächsten Tagen mit Obst und Gemüse selbst versorgen könnten. Ein Abendessen gönnten wir uns aber immer. Nur am zweiten Abend machten wir eine Ausnahme: An diesem holten wir uns Pizzen in der Gamla Stan, haha.

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Kulinarisch werden die nächsten Beiträge also nicht sehr abwechslungsreich (ich kann euch aber schon verraten, dass wir sowohl Köttbullar als auch Kanelbullar gegessen haben!), nach dem heutigen Roman könnt ihr euch aber unter anderem auf unsere Tagesrouten und ausführlichere Berichte über das Stadshuset oder Skansen freuen. Bis dahin, hej då!

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Wo kann ich die Stockholm-Card bestellen? Hier. Wie komme ich vom Flughafen (Arlanda) ins Zentrum Stockholms? Vielleicht so. Wo in Stockholm kann ich gut und günstig Pizza essen gehen? Hier.

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About Lisa

Lisa, Jahrgang '91, Dresden. Mag Kunst, Lomographie und alles mögliche Kreative.

3 responses to “Unterwegs nach Stockholm”

  1. preachitbaby says :

    Ein toller und informativer Beitrag! Da kriegt man jetzt schon Lust, Stockholm zu besichtigen :-)

  2. Dani says :

    Hej Lisa, du machst mir mit deinen Beiträgen nicht nur große Lust auf Stockholm, auch deine schwarz-weiß Fotos begeistern mich zunehmend. Ich muss da unbedingt bald mal nachlegen… ;)

    • Lisa says :

      Dann bin ich gespannt, deine Auswahl an Kameras ist ja ein bisschen größer als bei mir :) Ich werd da auch dran bleiben und sie hier weiterhin zeigen, versprochen! :)

Ein Kommentar, juhu!

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