Ein Ausflug zum „Hohen Stein“

Ich und mein Freund sind ja große Freunde von Spaziergängen, die einzig und allein dazu dienen, rumzulaufen und Fotos zu machen – egal ob digital oder analog. In den letzten Monaten trug eindeutig die Lomography den Sieg davon, seit kurzem mischt sich aber auch „richtige“ analoge Fotografie darunter. Mein Freund hat nämlich seit einiger Zeit die Angewohnheit, bei Ebay nach Kameras, Filmen und Objektiven zu schauen und das nicht selten erfolgreich. Außer, dass dieser Beitrag ein Mischmasch aus schwarz-weiß-Aufnahmen von der Nikon FM und La Sardina-Aufnahmen in normal und DIY-Redscale bietet, hat das aber mit dem eigentlichen Problem an der Sache (s. Fotospaziergänge) nicht viel zu tun. Denn das ist eher, dass mittlerweile die meisten Routen dafür zum Standard geworden sind. Dresdner Altstadt, Neudstadt, Blaues Wunder, Elbufer… Man kann zwar nie genug Fotos davon machen, aber was neues ist ja auch mal schön.

Und vor einiger Zeit war es so weit: Wir haben die bekannten Routen verlassen, uns in Richtung Plauen vorgewagt und sind nicht enttäuscht worden. Nachdem wir die ruhigen Straßen der Südvorstadt hinter uns gelassen hatten, ging’s vorbei am Plauener Ortsamt (das ich bis dato immer als Plauener Rathaus betitelte, so wie vermutlich jeder das tut):

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Einmal links abgebogen und schon geht die Quälerei los. Coschützer Straße, bergauf. Ein Lichtblick ist dabei das Eiscafé Piccolino. Selbst bei mittelmäßigem Wetter gut besucht, kann das gar nicht schlecht sein. Und seit vorgestern kann wenigstens mein Freund bestätigen, dass sich ein Besuch auch lohnt. Neben einer großen Auswahl an Milch- und Fruchteis (es gibt sogar Broteis?!) gibt’s nämlich auch Waffeln und Crepes. Die teste ich dann demnächst mal, jetzt ist aber erstmal Schluss mit Werbung und wir quälen uns weiter die Coschützer Straße hoch, biegen schließlich rechts ab und stehen – bääm – vor dem eindrucksvollen Schulgebäude des Gymnasiums in Plauen, von dem ich jetzt leider kein Foto für euch habe. Hm. Das nächste Mal vielleicht.

So, jetzt wird’s schwierig. Wir betreten nämlich nun ein Parkgelände rechterhand eben dieses Schulgebäudes, das keinen Namen zu haben scheint. Fakt ist: Auf der gegenüberliegenden Seite des Parks fließt die Vereinigte Weißeritz (welch majestätischer Name für einen Fluss) und: Die 1. Dresdner Highland Games fanden 2013 in diesem Park statt. Ein Name ist bei solch prägenden Attributen wahrscheinlich einfach nicht notwendig, zudem am Ende des Parks auch noch der „Hohe Stein“ liegt. Aber ganz langsam, erst schauen wir uns die Bäume an.

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Wir gehen weiter und weiter, immer der Nase nach, mit leichtem Drall nach links. Wenn die Richtung stimmt, gelangt man zu einer Weggabelung mit Baumstümpfen. Als wir das erste Mal dort vorbeikamen saßen dort zwei Schachspieler und ich war ganz gerührt von dieser idyllischen Szene… aber ich musste weitergehen, um meinem unsentimentalen Freund auf den Fersen zu bleiben. Weiter über Stock und Stein, kommt man schließlich zum ersten Aussichtspunkt am Hohen Stein, von dem aus man den Plauen’schen Grund überblicken kann.

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(Und während ich hier die schlechten DIY-Redscale-Beispielbilder knipse, nimmt mein Freund die folgenden Bilder auf, die wir ja locker jetzt mal auf 1920 datieren könnten:)

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Was der Plauen’sche Grund so zu bieten hat? Die Vereinigte Weißteritz, Bahnschienen und die Fabrik der Brauerei Felsenkeller. Wenn ich mich recht entsinne, wurde der Hohe Stein von den Marketingleuten der Brauerei damals erst begehbar gemacht… ist ja auch nicht die schlechteste Idee. Zudem es neben mehreren Aussichtspunkten auch einen Aussichtsturm gibt, der nach dem Besitzer des Ende des 19. Jahrhunderts dort bestehenden Steinbruchs benannt wurde: Frohbergs Burg. 190 m über NN kann man dort kostenlos einen recht guten und in jedem Falle einmal anderen Blick auf Dresden erhaschen.

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Und wenn man noch weiter geht, gelangt man nicht nur zu einer Streuobstwiese, sondern kann sogar in den Plauen’schen Grund hinein wandern. Für uns ist es ein bisschen die „kleine Bastei“ und wir werden sicher nicht das letzte Mal dort gewesen sein. Falls ihr also mal etwas länger in Dresden sein solltet und euch abseits der Altstadt bewegen wollt, seid ihr hier bestimmt richtig.

Für den Sommer gibt’s übrigens auch einen Grillplatz und saftiges Gras, das zum Picknicken einlädt ;)

(aufgenommen mit der Nikon FM und einem abgelaufenen Orwo NP27 s/w-Film bzw. der La Sardina mit einem ISO 400-Film (normal und DIY-Redscale))

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About Lisa

Lisa, Jahrgang '91, Dresden. Mag Kunst, Lomographie und alles mögliche Kreative.

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