Cross-Entwicklung für Anfänger

Gestern habe ich meinen ersten gecrossten Film abgeholt und wollte ihn direkt scannen. Für die Nicht-Lomo-affinen Leser: Einen Film crossen zu lassen bedeutet, dass man ihn „umgekehrt“ entwickeln lässt. Normale Farbnegativfime, wie man sie günstig in Drogeriemärkten bekommt (zumindest bin ich für teurere Filme momentan noch zu geizig), werden normalerweise im C-41-Prozess entwickelt. Beim Crossen wird dann quasi einfach die gegenteilige Entwicklung durchgeführt, sodass das Ergebnis – zumindest erschließe ich mir das als Anfänger so und liege glaube ich auch nicht ganz falsch – ein Negativ ist, wenn man es als Farbpositiv scannt. Das heißt, dass man auf den Negativen eigentlich schon ein positives Bild sieht.

Bei einigen Negativen sah das Ganze auch ziemlich gut aus, bei einigen sah ich schon an den Negativen, dass die Bilder zu dunkel geworden sind. Meine eigentliche Frage an die, die sich mit dem Crossen auskennen, ist nun, was denn beim Scannen jetzt die bessere Vorgehensweise ist – Als Farbpositiv scannen oder besser als Farbnegativ und dann im Nachhinein bearbeiten?

Ich finde bei diesem Motiv – das am Käthe-Kollwitz-Ufer entstanden ist – die quasi „verkehrte“ Variante (oben, gescannt als Negativ-Farbfilm) ja ganz spannend. Irgendwie realistischer, als die „richtige“ Variante (unten, gescannt als Positiv-Farbfilm), die der Scanner ausspuckt.

Die nachbearbeitete Variante (unten, gescannt als Negativ-Farbfilm und anschließend invertiert und selektiv farbkorrigiert) gefällt mir nämlich an dieser Stelle irgendwie nicht so recht, weil die Farben doch ziemlich unrealistisch sind. Hohe Kontraste und knallige Farben sind ja der Grund, weshalb man überhaupt crosst, aber dass dann alles komplett ins Blaue kippt, gefällt mir an dieser Stelle irgendwie nicht so gut. Oder liegt das am Film?

Welches Bild finden denn diejenigen, die gar keine Ahnung vom Crossen haben am Besten?

Das Bild habe ich im Übrigens mit der Diana F+ und dem 35mm-Back geschossen – zum ersten Mal mit der Maske, die Panoramabilder mit Perforation ermöglicht. Leider fehlt mir ja immer noch der DigitaLIZA, weshalb ich mit dem Zeigen der übrigen Bilder noch warten will. Ich bin unglaublich gespannt, wie die Bilder mit Perforation gegenüber den unperforierten wirken…

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About Lisa

Lisa, Jahrgang '91, Dresden. Mag Kunst, Lomographie und alles mögliche Kreative.

9 responses to “Cross-Entwicklung für Anfänger”

  1. Anne says :

    Hi Lisa, also eigentlich erhälst du bei einem gecrossten Negativfilm dann Positive. Die würde ich auch als solche (Einstellung „Diapositiv“) scannen. Die Effekte sollten dann eher blassere Farben sein…. Extra bearbeiten brauchst du die dann eigentlich nicht mehr, außer du willst sie mit Absicht verfälschen…
    liebe Grüße, A.

    • Anne says :

      edit: Also, dann ist deine zweite Variate die, die normalerweise beim crossen in diese Richtung herauskommt :) Dass es so grelle Farben sind, hm. Im Zweifel ist immer einfach der Film schuld… ;-) (ist das eigentlich eine Mehrfachbelichtung?)

      • Lisa says :

        Hallo Anne, Danke für die Aufklärung! Ich bin immer noch überrascht von den Ergebnissen und bei dem Gelbstich im Bild war ich dann doch skeptisch, ob das seine Richtigkeit hat. :D Aber ich werde das Crossen vielleicht einfach mal bei anderen Filmen ausprobieren, mal sehen was dabei rauskommt.
        Und ja, das ist eine Mehrfachbelichtung :)

  2. Dani says :

    Ach, das habe ich ja noch nie gemacht…

    Ich kenne nur das crossen von DIA Filmen, die eigentlich in E6 entwickelt werden und durch die Entwicklung in C41 eine Farbumkehr erhalten. Aber dass man normale Farbnegativfilme auch crossen kann, war mir nicht klar…hm.

  3. Dani says :

    Ich nochmal: habe gerade mal bei der Lomo Community nachgefragt: also üblicherweise werden tatsächlich Diafilme gecrosst, im Drogeriemarkt bekommst du z.B. den AGFA CT Precisa, da gibt es auch Beispielbilder auf meinem Blog. Wenn man Farbnegativfilme crosst, wird das Ergebnis eher blau, aber das hast du ja schon rausgefunden. ;) Hast du eigentlich einen Account bei lomography.de??? Ich bin dort „candee2104“.

    • Lisa says :

      Hallo Dani, dann hab ich ja was ausprobiert, was es eigentlich gar nicht gibt :D Gut zu wissen! Ich schau mir die Bilder auf deinem Blog mal an und werde bestimmt demnächst auch mal einen Diafilm ausprobierten – Danke!
      Bei Lomography findest du mich unter „lisaundso“, allerdings bin ich da nur selten aktiv :)
      Liebe Grüße in den Pott!

      • Dani says :

        Doch, das gibt es schon, ich habe auch ein paar Fotos gezeigt bekommen. Es nur eher unüblich, da bei den meisten Filmen wohl nichts dolles bei rum kommt. ;)

  4. lomoherz says :

    Hej Lisa,

    dann will ich auch nochmal meinen Senf dazu geben ;)
    Einfacher und beliebter sind tatsächlich die Crossentwicklungen von Dia-, also Farbpositivfilmen (da meist günstiger (es sei denn, mann lässt die Positive nicht schneiden) und mehr Erfolg). Das heißt nicht, dass es ungekehrt nicht funktioniert, wie man ja sehr schön bei dir sieht :)
    Meine Erfahrungen mit Farbpositiv-Filmen in E6: braun-gelbliche Farben,relativ kontrastarm und die Hälfte ist für’n Eimer. Aber als Lomonaut lässt man sich davon natürlich nicht entmutigen, denn es sind immer auch ein paar Goldies dabei, die für den Rest entlohnen. Wenn mich nicht alles täuscht, kann man durch pushen oder pullen sogar noch bessere Ergebnisse bei dieser Art von X-Pro erzielen, aber damit kenne ich mich leider gar nicht aus. :)
    Wenn es dich interessiert: meinen ersten Versuch, zu crossen (allerdings nur Dia X-Pro), gibt es hier zu sehen: http://wp.me/p2ps0a-L3

    Sonnige Grüße,
    Conny

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