Deutschstunde: „mitreden hören“

Kennt ihr diese Kategorie „Wortschatz“ in der NEON, in der für typische Phänomene neumodische Begriffe gefunden werden?
Zum Beispiel (natürlich eigens von der NEON-Website geklaut):

einfolen von Vivian
„einfolen“ ist ein Verb und beschreibt die Tätigkeit, wenn man Frischhaltefolie über Nahrungsmittel zum Frischhalten anbringt. Verwendungsmöglichkeit: „Ja, Mama, ich hab den Salat schon eingefolt!“

Ja… ich denke, euch dürfte nun klar sein, was ich meine. Jedenfalls habe ich heute in meinem Redeschwall zwischen Birkenwerder und Berlin eine solch alles erklärende Wortgruppe erfunden, die zwar nicht neu, aber doch selbstverständlich superb zusammengefügt ist.
Folgende Situation: Wir (Freund+Ich) sitzen im Zug, einem dieser neumodischen Züge, die beispielsweise die Strecke Leipzig-Dresden abdecken. Oder eben den Dienst des RE 5 zwischen Birkenwerder und Berlin. Wir sitzen also auf einem 6-Sitzer – vermutlich eigens für nervige Schülergrüppchen entwickelt (nicht das ich was gegen Schülergrüppchen habe, die sind schließlich irgendwann mal meine Einkommensquelle. Aber nervige, mit den Armlehnen/Mülleimer/Sitzen-klappernde, laut kreischende, womöglich noch biertrinkende und obszöne-Wörter-in-den-Munde-nehmende Jungmenschen sind einfach nicht gut) – und sind relativ allein. Einzig ca. zwei Sitzreihen weiter saßen leicht erhöht zwei junge Erwachsene um die 25, das Alter tut aber nix zur Sache. Beim Anblick der wunderbar graubraunschlammigen Landschaft bekam ich dann einen furchtbaren Redeschwall und hab irgendwann „mithören reden“ in einem Kontext verwendet, der mir schleierhaft geblieben ist. Ich hab ja nichtmal gewusst, über was zwei Reihen weiter gesprochen wurde. Aber jedenfalls (jetzt kommt die Erklärung, also aufgepasst): „mitreden hören“ beschreibt den Umstand, wenn die Leute im Zug zwei Reihen weiter hören, wie jemand oberheimlich ihr Gespräch mithört und mitredet. Is klar, ne?

Und übrigens: Ich hätte ja am Freitag die 125.000€-Frage richtig beantwortet. „eigentlich“ und „wohl“ und das dritte Wort waren nämlich Abtönungspartikel. Wenn ich mal groß bin und auf Günthers Stuhl komme werd ich ’ne reiche Deutschlehrerin, die ihren Reichtum einzig RTL und dem hochinteressanten GES-Kursen der TU Dresden verdankt. Amen!

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About Lisa

Lisa, Jahrgang '91, Dresden. Mag Kunst, Lomographie und alles mögliche Kreative.

5 responses to “Deutschstunde: „mitreden hören“”

  1. preachitbaby says :

    Meinst du jetzt „mithören reden“ oder „mitreden hören“? :-D

    • Lisa says :

      Ich glaube ich meine schon „mitreden hören“… Unter „mithören reden“ kann ich mir auch unter Einsatz meiner gesamten Vorstellungskraft nicht so richtig was vorstellen :D

      • preachitbaby says :

        Ich zitiere: „Beim Anblick der wunderbar graubraunschlammigen Landschaft bekam ich dann einen furchtbaren Redeschwall und hab irgendwann “mithören reden” in einem Kontext verwendet, der mir schleierhaft geblieben ist.“ ;-)

      • Lisa says :

        Das gibt den virtuellen Orden des sehr aufmerksamen Lesers, du hast natürlich vollkommen Recht.
        Ich wollte hier keine stilistische Spannung aufbauen, ich hab meinen Wortwitz tatsächlich selbst verwechselt ;D

      • preachitbaby says :

        Dacht ichs mir doch :-D Danke für den Orden! Ich werde ihn hegen und pflegen ;-)

Ein Kommentar, juhu!

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