Glanz und Gloria

Raffaels „Sixtinische Madonna“ wird in diesem Jahr 500 Jahre alt. Runzlig ist sie aber immer noch nicht, sondern die „schönste Frau der Welt“. Damit bewerben die Staatlichen Kunstsammlungen auch seit einem gefühlten halben Jahr die 3-monatige Sonderausstellung zum Jubiläum. Ich frage mich ja, wer die Idee mit dem supersunset-Farbverlauf hatte und ob es einen tieferen Sinn hinter dieser Wahl gibt, aber auch ich als angehende Kunstlehrerin muss ja nicht alles verstehen. Oder doch? Während das Rosa als abgewandelte Version des typischen Rotes als Farbe der Madonnen eingesetzt wird, symbolisiert die Aufhellung über Orange hin zu Gelb den Siegeszug und die zunehmende Berühmtheit des Werkes- Glanz und Gloria also! Wäre das auch geklärt.

Die Ausstellung war sehr umfangreich gestaltet. Sie bestand aus vier Teilen, u.a. die Entstehung des Gemäldes und die Geschichte, wie es nach Dresden kam. Ich habe mich weniger um die Texttafeln geschert (erstaunlicherweise echt zu jedem Ausstellungsstück ’ne Tafel). Das waren mir einfach zu viele, zumal es auch noch unzählige andere Arbeiten von Raffael zu sehen gab. So ausführlich wollte ich’s dann auch nicht wissen.
Fasziniert haben mich aber die vielfältigen Rezeptionen des Kunstwerks. Ein kleiner Durchgang war mit Zitaten von Goethe & Co. versehen („Macht Platz für den großen Raffael“ von Karl August III. oder „Es ist doch so! Wir besitzen an diesem Werke ‚das erste Bild der Welt‘!“ von Carl Gustav Carus), ein weiterer mit Rezeptionen in der Malerei.
Besonders gut gefiel mir „Die Rettung der Sixtinischen Madonna“ vom russischen Maler Mikhail Kornetsky. Es entstand zu der Zeit, als das Gemälde nach Russland gebracht wurde, um es vor Bombenangriffen des 2. Weltkrieges zu schützen. Es ist grandios, dieses Bild aus der Nähe zu betrachten und ich finde es sogar besser als das Original.

Natürlich bekamen auch die Engelchen die verdiente Aufmerksamkeit. In einer Vitrine waren verschiedene Artikel ausgestellt (vom Spielekarton bis zur Schokoladentafelverpackung), in denen die Engel adaptiert wurden. Lustig fand ich, dass auch das „Wir sind am Leben“-Album vom Rosenstolz dabei war, das wäre mir nie in den Sinn gekommen.

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About Lisa

Lisa, Jahrgang '91, Dresden. Mag Kunst, Lomographie und alles mögliche Kreative.

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