Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand


Ich möchte nun, seit ich dieses wundervolle Buch schon einige Tage ausgelesen habe und inzwischen Die zärtlichen Schwestern hinter mir habe und mich derzeit durch Gottscheds Sterbender Cato quäle, ein paar Worte über das Debüt (zumindest hier in Deutschland) des schwedischen Autors Jonas Jonasson verlieren.

Schriftsteller ist beim Schweden mit dem klangvollen Namen wohl etwas zuviel gesagt. Denn eigentlich arbeitete er jahrelang als Journalist und Medienberater. Diese beiden Tätigkeiten beeinflussten wohl auch in gewisser Weise seinen Roman rund um Allan Karlsson.

Kurz zur Story: Allan Karlsson lebt in einem Altersheim und steht kurz vor einer bombigen Geburtstagsfeier mit Presse, Altersheimbestand und Bürgermeister – kein Wunder, denn er wird hundert Jahre alt. Darauf hat er aber keine Lust und steigt kurzerhand aus dem Fenster und verschwindet zum städtischen Bahnhof . Dort entwendet er unter nicht ganz rechtschaffenen Umständen einen Koffer, in der Hoffnung auf ein paar anständige Schuhe – schließlich sind Allans Pisspantoffeln nicht gerade die passende Reiseausrüstung. Mit dem Koffer im Schlepptau landet der rüstige Hundertjährige schließlich bei einem nicht ganz so alten Mann, der sich in einem alten Bahnhofsgebäude mit Schnaps und Nachbars Eiern eingerichtet hat.
Die beiden beschließen, den Koffer zu öffnen, in dem sich – nach genauer Auszählung – 50 Millionen Dollar befinden. Nicht schlecht, denken sich die beiden, beschließen das Geld zu teilen und den eigentlichen Besitzer, der sich die große Kohle aus Drogengeschäften schon allein wegen seines  Chefs zurückholen will, in die Kühlkammer zu sperren. Ein Schnaps darauf und… nun gut, er ist leider tot.

Das ist nur der Anfang. Es folgen weitere schön ausgearbeitete Figuren, die sich dem Hundertjährigen anschließen. Und die beiden besonderen Augenmerke auf diesem Buch liegen wohl in der wild-politischen Lebensgeschichte Allan Karlssons, die als zweite Handlung in den Roman eingesponnen wurde und die wirren Verstrickungen, die der Leser mit Vergnügen verfolgt, während die Polizei und anfangs auch die Besitzer des Koffers völlig im Dunkeln tappen (oder teilweise auch schon die Radieschen von unten sehen). Am Ende kommen Allan und seine Freunde doch gut aus der Sache raus: Mit 50 Millionen Dollar (minus einige Ausgaben) genießen sie das Leben, auch wenn sie mehr oder wneiger zwei Menschen auf dem Gewissen haben.

Kurzum: Das Buch ist einfach zu empfehlen. Politik in unterhaltsamer – wenn auch nicht ganz wahrer – Weise aufgearbeitet und außerdem eine hervorragend konstruierte Geschichte, die, sollte es in einem Kriminalfall wirklich so zugehen, einfach jeden Kommisar alt aussehen ließen. Wahrscheinlich so alt wie allan Karlsson.

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About Lisa

Lisa, Jahrgang '91, Dresden. Mag Kunst, Lomographie und alles mögliche Kreative.

4 responses to “Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand”

  1. cOusINcHEn says :

    Jibbet dat Buch och auf Englisch? ;) Google hat nix gefunden…wenn nicht, kann ich mir dein Exemplar mal ausleihen? :)

  2. cOusINcHEn says :

    …bringstest bitte Weihnachten mit? Vorher sehen wir uns sicher nicht nochmal, oder? ^^

Ein Kommentar, juhu!

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