Mängelexemplar

Gestern habe ich ein letztes Geburtstagsgeschenk bekommen (an dieser Stelle auch nochmal an alle anderen Dankesehrstens für eine chillige Reinfeier und die Geschenke): Mängelexemplar von Sarah Kuttner (und ne selbstcompilatate „I love the 90s“-CD! DANKE!!! :D).

Kennt ja jeder soweit, zumindest dem Namen nach. Auch ich hab’s erst kürzlich bei meiner Banknachbarin-Nachbarin gesehen und einige Kolumnen aus dem grünen Buch mit dem verschachtelten Titel gelesen. Jetzt wo ich’s selbst hab und ja sonst nur zwei Bücher angefangen hab, dachte ich mir so, dass ein drittes ja auch nicht mehr schaden könnte.

Bisher find ich den permanenten Einsatz von Übertreibung und Selbstmitleid stellenweise etwas übertrieben, aber irgendwie find ich in letzter Zeit eh kaum Bücher nach zwei Seiten nicht langweilig, nervig und kopfschmerzbereitend. Allerdings hab ich hier auf der anscheinend in jeder Geschichte/ jedem Buch ominös heraustretenden Seite 14 eine Textpassage gelesen, die ich für genial/es auf den Punkt bringend/mir aus dem Herzen sprechend halte.

Gefühle sind Stress. Natürlich ist man sich einig, dass Trauer, Schmerz und Enttäuschung sehr, sehr schlimm sind. Das weiß jeder. Aber auch Glück ist anstrengend. Ich finde nichts frustrierender, als neben einer auserwählten Person zu liegen und das Bedürfnis zu haben, ihr so nah wie möglich zu sein. Man kann sich umarmen und verknoten, bis man schwarz wird, man hat immer das Gefühl, noch näher sein zu wollen. Das sogenannte In-den-Partner-reinkriechen-Wollen. Aber man kann nun mal, von bestimmten Sexualpraktiken abgesehen, nicht in den Partner reinkriechen. Man wird nie nahe genug sein.
Oder Sehnsucht. Wie oft das Einander-Vermissen schon romantisiert, Chris-de-Burgh-isiert wurde. Sehnsucht ist fürchterlich. Wenn man vermisst kann, kann man sich nicht mal mit Kino ablenken, weil im Film am Ende doch immer alle einander haben.
Und nein: Vorfreude ist nicht die schönste Freude. Vorfreude ist die Zwillingsschwester von Sehnsucht und somit ein Haufen Mist.

Ich freu mich auf’s Wochenende.

 

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About Lisa

Lisa, Jahrgang '91, Dresden. Mag Kunst, Lomographie und alles mögliche Kreative.

2 responses to “Mängelexemplar”

  1. cOUsInChEn says :

    Und, Buch schon durch? ;-)

    • Lisa says :

      Natürlich! :)
      Am Anfang fand ich’s nur so lala, aber gegen Ende hab ich immer mehr Textstellen gefunden, die wirklich richtig gut geschrieben sind. Und das Gesamtpaket passt auch irgendwie.

Ein Kommentar, juhu!

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