Das „neue“ Albertinum

Heute war ich, wie die Überschrift vielleicht schon vermuten ließ, im Albertinum. Nein falsch! Im NEUEN Albertinum. Man stelle sich das „neue“ rot, unterstrichen und hochgestellt vor. Der Sinn dieser typographischen Gestaltung hat sich mir zwar noch nicht ganz erschlossen, aber das soll wahrscheinlich voll Fragen aufwerfend sein, deswegen unternehm ich jetzt auch keine Interpretationsversuche.
Jedenfalls war’s ja schon mal n Abenteuer da überhaupt irgendwie hinzukommen. Meine Orientierung hat sich ja nun im Laufe der Monate schon erheblich verbessert. Um nicht zu sagen, ich bin jetzt zu Herausragendem in der Lage. Mit ungefähr sieben öffentlichen Verkehrsmitteln heim kommen, oder so. Das ist schon ne Leistung! Aber ach, ich will mich nicht wieder in meinen Talenten verlieren…
Als ich mich dann also letztendlich durch hunderte von Touris (ich war schon etwas schockiert zu sehen, was an nem Freitag Vormittag so in der Altstadt los ist) nach altbewährter „Einfach mal drauf los“-Methode zum Albertinum gekämpft hatte, war ich mehr als begeistert. Alleine schon am Eingang hunderte von Skulpturen. Und die Eingangshalle erst. Hammer. So nen riesen Raum hätt ich gerne mal, außerdem ne Menge Farbe, Pinsel und Luftballons, zur Verfügung. Dann wär ich glücklich :) Okay. Jedenfalls jetzt mal meine Einschätzung.

Die Skulpturensammlung ist jetzt an sich so bisschen… hm, abwechslungsreich. Bronze-Figuren gefallen mir persönlich jetzt besser als Gips. In Erinnerung blieb mir eigentlich nur die wundervolle Tänzerin von Edgar Degas, die direkt am Eingang platziert rumtänzelt. Wusste nicht, dass Degas auch Skulpturen gemacht hat, aber wirklich sehr schön. Da hatte ich Lust, meinen Skizzenblog auszupacken. Der war nur leider daheim.

Ansonsten waren in der Skulpturensammlung noch ziemlich viele unterschiedliche Sachen. Unter anderem auch moderne. Ich dachte ja, ich wäre tolerant, aber das überstieg selbst meinen Sinn von Kunst. Ich kann mir zwar vorstellen, was für ne Arbeit das macht, sämtlichen Müll zu nem viereckigen 8m³-Würfel zusammenzuwursten, aber hey… nee.
An Gemälden besteht wirklich eine große Auswahl. Caspar David Friedrich, Otto Dix, Karl Schmidt-Rotluff und Neo Rauch repräsentieren ja schon ne enorme Zeitspanne, dazu kommen Gerhard Richter, Georg Baselitz und viele, deren Namen mir wegen bisheriger Unbekanntheit nicht in Erinnerung blieben.
Besonders kontrovers und interessant empfand ich die Werke von Georg Baselitz und Gerhard Richter.
Georg Baselitz war mir schon durch den Kunstunterricht bekannt, auch, dass seine Gemälde für einen Normalsterblichen „auf den Kopf stehen“. Für Ihn ist’s normal. Als ich in den Baselitz-Raum kam, war ich echt erstmal geflasht, denn der Malstil ist einfach mal super. Wirklich komisch ist nur, dass der Kopf einfach instinktiv zur Seite geht, um die Bilder richtig rum sehen zu können. Ich hab aber widerstehen können. Die Frage, die mir nur wirklich auf den Nägeln brennt: Malt Baselitz richtig rum und dreht die Bilder dann einfach auf den Kopf oder malt der wiiirklich so, wie’s hängt? Ich werd’s rausfinden!

Und Gerhard Richter… der ist schon n komischer Künstler. Kannte ein Bild von ihm aus unseren Mappen. Hat mir damals wirklich gut gefallen. Heute… ähm jaa. Erstens mal macht der so viele unterschiedliche Sachen. Acryl-Decalcomanien hinter Glas. Ein ganzer Raum voll damit! War jetzt mehr abschreckend. Seine Porträts hingegen sind wirklich toll. Ach und… „Grau“! Schaut’s euch an, eure Weltanschauung wird sich mit einen Schlag ändern. Oder zumindest werden sich die meisten mal wieder die Frage stellen, was Kunst denn nun eigentlich ist. Oder sich sagen, dass sie das auch können. Jaja.
So. CDF war jetzt mehr so nebenbei. Weiß ja jeder, dass er bekannt ist, sonst wär er nicht bekannt, von daher jetzt nicht so interessant für mich. Ich mag moderne Kunst mehr. Da ich von den mir gefallenden Künstlern nach halbintensiver Suche nichts bzw nicht das, was ich suchte, finden konnte, hier nur eine Liste meiner Favoriten:
  • Eberhard Havekost – Mobile 1-4 DD 00 >> direkt am Eingang, da musste ich doch direkt an all die lieben Verkehrsingineure denken :D
  • Martin Borowski – Südhöhe 2005 >> siehe unten. Im Original wirklich wundervoll.
  • Gerhard Richter – Grau 1976 >> Das übertrifft tatsächlich noch die Farbfeldmalerei Rothkos. Gefällt mir aber nicht mal halb so gut.
  • Pablo Picasso – Fruchtschale, Mandoline und Flasche 1924 >> Eines der wenigen Sachen, die mir von Picasso halbwegs gefallen.
  • Max Slevogt >> Alles. Die gesamte Ägyptenreihe ist wunderbar im Malstil und von den Motiven.
  • Karl Schmidt-Rottluff – Landschaft in Rottluff 1921 >> Farben und Konturen. <3

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About Lisa

Lisa, Jahrgang '91, Dresden. Mag Kunst, Lomographie und alles mögliche Kreative.

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