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Mal kurz was zur Millenium-Trilogie…

Ich bin momentan am zweiten Buch von Stieg Larsson dran (=Verdammnis). Eben hab ich dann nochmal nach den DVDs geschaut (die mittlerweile schon wieder 5 Euro teurer geworden ist, wie sollte es anders sein?) und hab mich bei Wiki mal auf die Suche nach heißen Zusatzinformationen gemacht. Gefunden hab ich nix, außer einen Text über Verblendung bei krimi-couch oder so ähnlich. Ich war echt geschockt. Dass Bücher polarisierend sind ist ja klar, besonders wenn sie so gehyped werden. Aber trotzdem kann ich das nich wirklich verstehen.
Mit 800 Seiten sind die Bücher nicht grad Heftchen, die sich mal so eben durchlesen lassen und die Fülle an Personen (Grund für meinen gescheiterten Versuch vor einigen Jahren, Buch3 durchzulesen) und teilweise Langatmigkeit sind sicher Punkte, die abschrecken. Trotzdem hab ich gestern meine fünf Stunden Zugfahrt durchgängig mit Verdammnis verbracht und find’s nach wie vor spannend. So spannend, dass ich in meiner zweite Woche Greifwald das Buch zwar gekauft, aber extra liegen lassen habe, weil ich wusste, dass ich es sonst nicht mehr aus der Hand legen kann.  So. Das wollte ich nur mal sagen.

Der Endowment-Effekt


Ich, als Verfechterin und typisches Beispiel für’s “Was man hat, hat man”-Prinzip, konnte gestern mal wieder nicht widerstehen. Bei Thalia in die Rumpelkiste gegriffen, trug ich stolz drei glänzende Exemplare vom Taschen-Verlag nach Hause. Taschen macht nicht nur schöne dicke Übersichtswerke, sondern auch schöne dünne. Schön heißt in diesem Fall: knapp, übersichtlich und perfekt zum Sammeln.
Schon vor einiger Zeit habe ich mir die Strömungen der New Media Art und der Abstrakten Kunst nach Hause geholt… damals für 1,99 pro Buch. Klingt dieses Angebot schon unwiderstehlich (jetzt ärgere ich mich, Lucian Freud und die Römische Kunst nicht gekauft zu haben), konnte ich doch dieses Mal noch weniger Nein sagen: Bei einem Euro pro Buch konnte ich Lucio Fontana, Rokoko und Romanik nicht einfach zurücklassen. Und auch, wenn ich die Romanik verabscheue… was man hat, hat man!

Ein gutes Mädchen träumt.


via FYTT


Ihr träumte, sie träfe ihn im Cafe.
Er läse. Und säße beim Essen.
Und sähe sie an. Und sagte zu ihr:
»Du hast das Buch vergessen!«

Da nickte sie. Und drehte sich um.
Und lächelte verstohlen.
Und trat auf die späte Straße hinaus
und dachte: ich will es holen.

Der Weg war weit. Sie lief und lief.
Und summte ein paar Lieder.
Sie stieg in die Wohnung. Und blieb eine Zeit.
Und schließlich ging sie wieder.

Und als sie das Cafe betrat,
saß er noch immer beim Essen.
Er sah sie kommen. Und rief ihr zu:
»Du hast das Buch vergessen!«

Da stand sie still und erschrak vor sich.
Und konnte es nicht verstehen.
Dann nickte sie wieder. Und trat vor die Tür,
um den Weg noch einmal zu gehen.

Sie war so müde. Und ging. Und kam.
Und hätte so gerne gesessen.
Er sah kaum hoch. Und sagte bloß:
»Du hast das Buch vergessen!«

Sie kehrte um. Sie kam. Sie ging.
Schlich Treppen auf und nieder.
Und immer wieder fragte er.
Und immer ging sie wieder.

Sie lief wie durch die Ewigkeit!
Sie weinte. Und er lachte.
Ihr flossen Tränen in den Mund.
Auch noch, als sie erwachte.

-Erich Kästner-

Ich will nicht mehr lesen.

Ich freu mich so darauf, wenn die Prüfungen vorbei sind und ich nur noch Praktikumsberichte und solchen Schmarn schreiben muss. Obwohl ich das dann wahrscheinlich auch nicht mehr so lustig finde…
Jedenfalls will ich nicht mehr. Momentan müsste ich wahrscheinlich noch mindestens 7 Bücher lesen, um NdL wieder aufzuholen, aber das schaff ich nie! Denn erstmal muss ich noch 200 Seiten “Mit Schülern klarkommen” lesen, weil ich darüber nächste Woche Donnerstag zwei bis drei Seiten Rezension abgeben muss. Aber geht ja schlecht, wenn ich die noch nicht geschrieben habe, geschweige denn die Inhalte des Buches kenne.
Und daaann muss ich mir auch noch über 10000 Verse Erec reinziehen. So Nibelungenlied-ähnlich. Eigentlich ganz spannend und ich denke, das wird noch das einfachste werden, wo ich meine Aufgabenstellung dazu jetzt auch kenne. Außerdem ist es schon motivierend, wenn man eigentlich nur das halbe (bzw. das viertel Buch) lesen muss, weil die Hälfte Kommentar ist und die Hälfte der Hälfte des Textes mittelhochdeutsch. Also eigentlich ganz okay.
Es bleiben also nur noch: Die Leiden des jungen Werther (nöö danke), Der Hofmeister (angefangen, langweilig), Iphigenie auf Tauris (najaa…), Erdbeben in Chilli (nochmal, weil schon wieder vergessen), Wally die Zweiflerin (pah!) und für die nächste Vorlesung dann schonmal Papa Hamlet, Effi Briest, Kleider machen Leute, Brigitta UND Vor Sonnenaufgang. Sonst noch was?

Bücher über Bücher.

Es mag an der Pflichtlektüre liegen, die mir aufgrund des Studiums aufgebrummt wurde, aber zurzeit lese ich sehr gerne und freu mich total, wenn ich ein schönes Buch entdecke, das ich unbedingt haben will. Den Roman “Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand”, den ich im letzten Artikel vorgestellt habe und momentan allen Leuten, mit denen ich über Bücher rede, empfehle, scheint zwar schwer zu toppen zu sein, aber we’ll see… Wer nicht sucht, findet ja auch nix besseres, wa?

Drei derer Bücher, die auf meiner Wunschliste ziemlich weit oben stehen, möchte ich kurz anreißen.

Reif Larsen: Die Karte meiner Träume

Spivet, das ist ein bezaubernder heranwachsender Junge, mit einem „hyperaktiven Stoffwechsel“, der Zahnschmerzen bekommt, wenn er lügt, gerne Brahms hört und von dem Manche sagen, er sei ein kleiner Klugscheißer. Nun ja, das ist er wohl auch, dazu ganz schön aufgeweckt und er hat Eltern, die, vorsichtig formuliert, außergewöhnlich sind: der Vater ein Farmer, schweigsam, introvertiert, die Mutter, D. Clair, eine besessene Käferforscherin, die ‚ihren Kindern das Periodensystem beibrachte, während sie sie mit Brei fütterte’. Spivet dokumentiert, kartiert alles in seinem Umfeld, fertigt Diagramme über den Whisky- Konsum des Vaters, zeichnet mit Koordinaten sein Zuhause und „Interaktionsmuster am Abendbrottisch, vorher und nachher.

Das klingt nicht nur gut, es ist auch noch außergewöhnlich, weil es neben dem stinknormalen Text auch Anmerkungen und besagte Diagramme gibt, die dieses zu einem ganz besonderen Buch zu machen scheinen.

Toni Jordan: Tausend kleine Schritte

Grace Lisa Vandenburg zählt alles, was sie umgibt, jede Kleinigkeit: die Schritte bis zu ihrem Lieblingscafé (920), die Streusel auf ihrem Orangenkuchen (12 – 92) und die Buchstaben ihres Namens (19). Erst Seamus O’Reilly und sein unwiderstehlicher Wunsch, hinter das Geheimnis ihres Lebens zu kommen, lässt sie die Kontrolle verlieren.


Ein Buch, was für mich als Frauenroman-Liebhaberin ja eigentlich sowieso ein Muss ist. Obwohl das nicht der Aspekt ist, der mich fasziniert, sondern hauptsächlich diese Zwanghaftigkeit, Dinge zu zählen. Schade, dass ich Bücher nicht auf Englisch lese, denn das Cover ist in der englischen Ausgabe meiner Ansicht nach schöner als bei der deutschen.

Craig Clevenger:  Der geniale Mister Fletcher

Ein Mann, in dessen Paß der Name Daniel Fletcher steht, wird in Los Angeles ins Krankenhaus eingeliefert. Der Mann hat eine Überdosis Schmerztabletten im Magen, nachweislich Kokain und Marihuana im Körper – und eine ganz harmlose Geschichte zu erzählen. Doch nichts ist normal an ihm. Er hat einen überzähligen Finger und zahllose Gesichter. Er ist hochkriminell, eiskalt und genial. Doch er ist kein Killer, kein Hedonist, kein Parasit. Er ist ein famoser Fälscher, ein Verrenkungskünstler, der sich jedem Zugriff entziehen kann. Aus einem verborgenen Grund hat er diese Überlebenstaktik perfektioniert.
Craig Clevengers suggestiver Roman hat in den USA für Furore gesorgt. Leonardo DiCaprio hat die Filmrechte gekauft, der Autor von »Fight Club« arbeitet an einem Drehbuch.

 

Das ist das Buch, was ich unbedingt als nächstes haben muss. “Erfindungsreichtum”, “Lügengeschichten” und “Debüt” zaubern mir ein Lächeln ins Gesicht, denn das passt genauso gut auf das Buch, dessen Namen ja mittlerweile alle hier kennen. Außerdem mag ich Geschichten, die um Betrüger handeln, sei es Buch (Blütenträume von Christoph Gottwald, ebenfalls empfehlenswert) oder Film (Catch me if you can… Sollte ja jedem bekannt sein).

Das nächste Buch für meine Freizeitlektüre neben Emilia Galotti, dem Hofmeister und sonstwelchen literarisch hochwertigen Zeugs ist gewählt! :)

(alle Zitate sind aus den Kurzbeschreibungen Amazons übernommen)

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