Nicht nur guten Freunden gibt man ein Küsschen…
…sondern in Frankreich vermutlich auch Fremden. Keine Ahnung, ist schon lange her, dass ich durch Frankreich gefahren bin und mit meinem Französisch ist es ohnehin nicht mehr weither. Obwohl ich es mir wünschen würde, Französischlehrerin sein zu können, damit ich mit meinen Schülern stundenlang Karambolage gucken könnte. Bildung in schön.
Aber dem ist nicht so und mit meiner Fächerwahl bin ich zufrieden, aber meckern geht ja immer. Über den Karambolage-Blog bin ich jedenfalls auf diese super Karte gestoßen, die wohl Abhilfe schaffen dürfte, solltet ihr überraschenderweise einem Franzosen begegnen. Ja, wieviele Küsschen gibt man jetzt? 3, 4 oder doch bloß einen? Einfach schnell nach dem Departement fragen, “un momeeeent, s’il vous plaît!” – iPhone zücken und ruckzuck nachgeschlagen. Dann gibt’s auch keinen Küsschenvortrag auf französisch oder wiederholtes Gesachmatze. Vorhang auf:

Draufklicken und ihr könnt euch sogar noch das Departement auswählen. Obwohl… ihr kennt die ja sicher! ;)
Meine liebste Fernsehserie auf Arte.
Durch Zufall habe ich vor einigen Wochen auf Arte eine wundervolle Sendung entdeckt: Karambolage.
In dieser Sendung von Claire Doutriaux werden jeden Sonntag ab 19.30 Uhr für zehn Minuten in deutsch-französischem Kontext Redensarten und Rituale untersucht, Sehenswürdigkeiten und alltägliche Dinge vorgestellt oder auch die Herkunft von Wörtern geklärt. Besonders schön finde ich auch die Kategorie l’onomatopoesie… In dieser werden Geräusche (bspw. die Sirene einer Feuerwehr oder das Quaken eines Frosches) von Deutschen und Franzosen “nachgemacht”. Sehr unterhaltsam und doch interessant zu sehen, welche Unterschiede es zwischen den beiden Sprachen gibt.
Am Ende jeder Sendung gibt es ein Rätsel, bei dem eine Szenerie Deutschland oder Frankreich zugeordnet werden soll. Oftmals weisen nur kleine Indizien wie das Kürzel der französischen Bahngesellschaft oder das Schild eines deutschen Discountmarktes auf die Lösung hin.
Eine meiner Lieblingssendungen ist die, in der die Herkunft des Begriffes “Tussi” erklärt wird. (Leider fehlt bei dieser Sendung das super tschakatschika-Intro, aber das gibt’s sowohl bei der Übersicht auf Arte, wo meist die ca. letzten 10 Sendungen online gestellt sind oder auf Youtube)
Was mir besonders an den Sendungen gefällt ist einerseits die liebevolle Gestaltung der Beiträge, andererseits die würzige Kürze… perfekt, um den Schulalltag in ein paar Jahren mit kurzen Filmsequenzen aufzupeppen.
Ich werd’ mir jedenfalls iiirgendwann alle 10 DVDs holen :)
Ein gutes Mädchen träumt.

via FYTT
Ihr träumte, sie träfe ihn im Cafe.
Er läse. Und säße beim Essen.
Und sähe sie an. Und sagte zu ihr:
»Du hast das Buch vergessen!«
Da nickte sie. Und drehte sich um.
Und lächelte verstohlen.
Und trat auf die späte Straße hinaus
und dachte: ich will es holen.
Der Weg war weit. Sie lief und lief.
Und summte ein paar Lieder.
Sie stieg in die Wohnung. Und blieb eine Zeit.
Und schließlich ging sie wieder.
Und als sie das Cafe betrat,
saß er noch immer beim Essen.
Er sah sie kommen. Und rief ihr zu:
»Du hast das Buch vergessen!«
Da stand sie still und erschrak vor sich.
Und konnte es nicht verstehen.
Dann nickte sie wieder. Und trat vor die Tür,
um den Weg noch einmal zu gehen.
Sie war so müde. Und ging. Und kam.
Und hätte so gerne gesessen.
Er sah kaum hoch. Und sagte bloß:
»Du hast das Buch vergessen!«
Sie kehrte um. Sie kam. Sie ging.
Schlich Treppen auf und nieder.
Und immer wieder fragte er.
Und immer ging sie wieder.
Sie lief wie durch die Ewigkeit!
Sie weinte. Und er lachte.
Ihr flossen Tränen in den Mund.
Auch noch, als sie erwachte.
-Erich Kästner-
Pop Art und ihre kuriosen Künstler.
Auch wenn Pop Art für mich jedes Mal auf’s Neue Kunst ist, die ich schwer zu erklären finde bzw. über die man schwer etwas anderes als die Stichworte Werbung, Konsum, Massenproduktion findet, hab ich mich erneut dafür entschieden, ihr einen anspruchsvollen Vortrag zu widmen.
Heute war ich dann in der Bibliothek und hab mich durch vier englische Bücher gequält, die jedoch mit der anschließenden Internetrecherche recht aufschlussreich und informativ waren.
Ich hab nicht nur rausgefunden, dass Robert Rauschenberg und Jasper Johns, beide Künstler des Abstrakten Expressionismus, die sich dann quasi umorientierten und als Pop Art-Künstler der ersten Stunde galten, auch gemeinsam Werke unter dem Pseudonym “Matson Jones” (Matson war der zweite Name von Rauschenbergs Mutter, Jones=Johns) schufen, sondern auch, dass Andy Warhol, den ich irgendwie immer ganz toll fand, aber der irgendwie in meinen heutigen Recherchen trotz nem extra Buch, das zehn seiner Werke näher erläuterte, etwas blass im Vergleich zu z.B. Lichtenstein dastand, von ner total interessanten, wenn auch kranken Frau angeschossen wurde (=Mordversuch).
Valerie Solanas, deren Wiki-Artikel es sich wirklich zu lesen lohnt, hat anscheinend ne schwierige Kindheit gehabt, schien aber auch keinen Hehl draus zu machen, dass sie mit 13 sexuell gut erfahren war und sich ihr Studium mit Prostituion verdiente. Sowieso war sie leicht hysterisch, denn erst schwarwenzelt sie nur um Warhol herum, damit er ihr Stück mit dem vielversprechenden Titel “”Up Your Ass” verfilmt und wundert sich dann, wenn das einzige Manuskript, das sie ihm gegeben hatte, verschwindet. Jedenfalls, lalalawikiblalesen, war sie wahrscheinlich nur noch berühmter durch ihr S.C.U.M Manifest. Ihre Society for Cutting Up Men war total beliebt, Sie fand nämlich immerhin nen Veleger, der ihr Manifest scharfsinnigerweise veröffentlichte, als Sie dann im Knast saß. Und später dann in der Klapse. Oder auf der Straße. Aber sonst stand Sie damit ziemlich alleine da, Anhänger fand sie für die männerausrottende Idee nämlich irgendwie nicht.
Aber trotzdessen, dass die n bisschen gestört zu sein scheint, ist es doch recht interessant zu lesen. Und jetzt arbeite ich mal weiter an meinem Vortrag, um mit tollen Zusatzinformationen zu glänzen :-)
“Das geht hier nicht um ‘ne Silvesterparty”


[Lichtsignale 1917, Prager Straße 1920]
Eben vorhin hab ich meinen Vortrag in Kunstgeschichte gehalten, den ich heute morgen um halb zwei fertig hatte. Hat sich gelohnt… ne gute Note und eigentlich noch besser: Keiner schlief ein, nein… sogar wirklich interessiertes Durchblättern der Bücher. Thema war jedenfalls die Neue Sachlichkeit – wirklich eine der Epochen, mit der ich fast nichts anfangen kann und will – und Otto -Dix. Man könnte sich jetzt fragen, weshalb ich den Vortrag dann überhaupt freiweillig halten wollte… weil uns noch ein superduper projekt zu Otto Dix bevorsteht und es kann ja nichts schaden, etwas mehr darüber informiert zu sein und zu wissen. Jedenfalls sehr vielfältig, was ich schon vor einiger Zeit im Albertinum feststellte.
Duden raus jedenfalls!


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